Sardinien - einsame Traumstrände im Winter (incl. 21 Top Sehenswürdigkeiten)

Markus Winklmeier Samstag, 8. Januar 2022 von Markus Winklmeier

Über Silvester mit dem Auto von Niederbayern nach Sardinien

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Eigentlich wollten wir in den Süden fliegen, aber Flugreisen zu Corona Zeiten werden immer komplizierter. Die Wettervorhersage für alle mit dem Auto erreichbaren Ziele sah bescheiden aus, nicht für alle, auf Sardinien sollte die Sonne scheinen. Also packten wir unsere Badesachen ins Auto und fuhren nach Italien, besser gesagt Livorno, wo unsere Fähre von Moby nach Olbia auf Sardinien übersetzen würde...

1. Eckdaten der Reise

Datum: 28.12.2021 - 04.01.2022

Tourpartner: Brigitte, Emma & Timi

Unterwegs: 8 Tage

gefahrene Kilometer: ca. 2400 km

Ausgaben Gesamt: ca. 1490 Euro

3 Übernachtungen in Santa Maria Navarrese

2 Übernachtungen in Villasimius

2 Übernachtungen auf der Nachtfähre von Moby

- Route Niederbayern - Livorno

- Route Sardinien

2. Vorbericht - Planung der Reise von heute auf morgen

Da wir Weihnachten und Silvester 2 Wochen frei hatten, musste natürlich ganz wie es für die Winkls gehört, eine Reise her. Wieder einmal machte uns der Corona Virus einen Strich durch die Rechnung. Aber wir ließen uns wie immer nicht unterkriegen. Ursprünglich war Florida geplant, aber auch die Kanaren oder Balearen fassten wir schon länger ins Auge. Leider wurden die USA und Spanien zum Hochrisikogebiet deklariert. An sich wäre es uns egal, aber die Quarantänebestimmungen nach der Rückreise eben nicht. Da eine Flugreise nicht mehr in Frage kam, entschieden wir uns für eine Anreise mit dem Auto.

Nun stellte sich die alles entscheidende Frage, wohin? Das Wetter sah überall bescheiden aus. Nur Sardinien stach mir ins Auge. Auf der italienischen Insel sollte die Sonne scheinen und das Thermometer auf über 20 Grad klettern. Trotz steigender Coronazahlen war Italien noch kein Hochrisikogebiet. In einer Nacht und Nebelaktion buchte ich am Montagabend die Fähre von Livorno nach Olbia. Dann packten wir unsere Siebensachen, wie Kühlbox, Strandspielzeug, Rucksack, Gaskocher, Outdoorkleidung, Spielsachen, Fahrräder für die Kinder und vieles mehr, ins Auto und nach ein paar Stunden Schlaf konnte es auch schon um 4 Uhr morgens los gehen.

Natürlich will ich an dieser Stelle etwas Werbung für meine Italien Packliste machen :-) Meine Liste ist nur eine Empfehlung und beinhaltet sicherlich auch Dinge, die für den einen unnötig sind, aber für andere sehr wichtig...

Da wir mit der Nachtfähre von Mobynach Sardinien übersetzen wollten, buchte ich eine Schlafkabine dazu. Die weiteren Übernachtungen fand ich kurzfristig vor Ort bei booking.com.

Klar ist eine solch lange Autofahrt für die Kinder stinke langweilig, aber unsere beiden Mäuse hatten noch nie ein Problem damit und mit einem spannenden Film am Tablet vergeht jede Fahrt wie im Flug. Natürlich suchen wir zwischendurch Spielplätze oder andere Möglichkeiten zur Abwechslung. Während der 9 Stunden Fährüberfahrt durch die Nacht schliefen die Winkls tief und fest und bis wir uns alle versahen waren wir auch schon auf Sardinien. Hier fanden wir einsame Traumstrände, gemütliche Örtchen, verschlafene Bergdörfer und spannende Wanderwege. Dank Corona und der Winterzeit hatten wir Sardinien fast für uns alleine. Die Temperaturen kletterten auf teilweise über 20 Grad, so dass wir sogar im 15 Grad warmen Meerwasser baden konnten. Leider mussten wir etwas früher als geplant abreisen, da Italien zum Hochrisikogebiet ausgewiesen wurde und wir der Quarantäne entgehen wollten. Trotzdem waren die Tage auf Sardinien ein Traum und eine weitere gelungene Reise konnten wir verbuchen...

  • In der Welt unterwegs - Die Winkls
3. Sardinien - Karibik des Mittelmeers

Sardinien (italienisch Sardegna) ist die zweitgrößte Insel im Mittelmeer nach Sizilien. Die italienische Insel ist bekannt für ihre Traumstrände, aber Sardinien bietet noch viel mehr.

Lage: Sardinien ist eine politisch zu Italien gehörende Insel im Mittelmeer. Sie liegt 190 km von der Halbinsel Monte Argentario und 202 km vom italienischen Festland entfernt; dazwischen liegt das Tyrrhenische Meer. Im Norden liegt das zu Frankreich gehörende Korsika, nur durch die 12 km breite Straße von Bonifacio getrennt. Im Westen liegt die 335 km entfernte, zu Spanien gehörende Balearen­insel Menorca. Im Süden liegt Tunesien 184 km entfernt.

Land: Italien

Währung: Euro

Einwohner Stand 2022: 1.598.000

Fläche: 24.090 km²

Hauptort: Cagliari

Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, aber auch die Wintermonate haben ihren Charme (300 Sonnentage)

4. Die Top 21 Sehenswürdigkeiten auf Sardinien

1. Cagliari: historisches Viertel, römisches Amphitheater, mächtige Stadtmauern, Archäologisches Museum

2. Alghero: historisches Zentrum, Kirche San Michele, Strände der Korallenriviera wie Le Bmbarde

3. Olbia: perfekt um einzukaufen, kulturelle Sehenswürdigkeiten wie die Kirche San Paolo und San Simplicio

4. Insel San Pietro: ein Zufluchtsort der Eleonorenfalken, wilde Natur und Tradition, vulkanischen Ursprungs

5. Antike Stadt Nora: eine von Phöniziern gegründete Stadt und jetzt archäologische Stätte

6. Grotta dei Colombi: Die Taubenhöhle, die sich am Fuß des Hügels SantÈlia erhebt

7. Insel und Nationalpark Asinara: Vor Capo Falcone gelegen, kann die Insel Asinara mit dem Boot erreicht werden

8. Luras mit dem Ethnographischen Museum der Gallura: Traditionen des sardischen Volkes werden hier ausgestellt

9. San Teodoro: elegante Villen und paradiesischen Strände, einer der berühmtesten Ferienorte der Gallura

10. Palau: ein wunderschöner Küstenabschnitt, Strand Le Piscine und Capo dÒrso, Aussichtspunkt Baragge

11. Insel Tavolara:ein einzigartiges Paradies für Taucher

12. Schlucht Gola Gorropu: eine der tiefsten Schluchten Europas, die von Hunderte Meter hohen Steinplatten begrenzt wird

13. La Maddalena: eine Inselgruppe aus mehreren kleinen Inseln und gehört zum UNESCO Welterbe

14. Roter Felsen von Arbatax: Die Hauptsehenswürdigkeit des Fischerdorfes Arbatax

15. Costa Smeralda: Der traumhafte Landschaftszug ist an der nördlichen Küste gelegen und eines der beliebtesten Ziele Sardinines

16. Orogosolo: Der Ort von Blutrache, Banditen und Rebellion, mit seinen Murales (Wandmalereien)

17. Punta La Marmora 1829m: Der höchste Gipfel Sardiniens bietet eine atemberaubende Fernsicht

18. Costa Verde: mit Europas höchsten Dünen

19. Grotta di Ispinigoli: Eine Traumwelt aus Tropfsteinen und Höhlenwänden

20. Baunei: Das Bergdorf bietet einen sagenhaften Ausblick, Tipp: Abstecher zur 80 m Felsnadel Sa Pedra Longa

21. Giara di Geturi: Basalthochfläche mit 600 in Freiheit lebender Wildpferde

5. Fahrt nach Livorno

Dienstag: Schon früh klingelte unser Wecker. 4 Uhr, oh mein Gott. Aber schnell waren wir alle hellwach und saßen im Auto in Richtung Süden. Emma, Timi und ich fielen wieder ins Land der Träume zurück, während Brigitte tapfer am Steuer die Stellung hielt. Die Kinder durften später spannende Filme am Tablet ansehen und Brigitte Augenpflege betreiben, als ich mich hinter das Lenkrad klemmte. Gegen Mittag waren wir auch schon am Gardasee vorbei und hielten an einer Raststätte an. Jedem knurrte der Magen, somit kauften wir uns eine Kleinigkeit zu Essen.

Nach 2 weiteren Stunden Fahrt erreichten wir Livorno. Hier würde unsere Fähre von Moby nach Sardinien übersetzen. Wir hatten noch genügend Zeit für einen Stadtrundgang durch die italienische Hafenstadt in der Toskana mit einer Festung aus dem 16. Jahrhundert.

6. Livorno - Ein Schnelldurchgang

Parken in Livorno: Im Zentrum gibt es verschiedene Parkplätze. Diese sind nicht kostenlos, aber auch nicht teuer. Wir fanden direkt am Hafen in der Seitenstraße "Scali Manzoni" an einem Kanal einen freien Platz, den wir uns gleich sicherten.

Kurzinfo: Livorno ist eine italienische Hafenstadt an der Westküste der Toskana. Livorno ist bekannt für seine Meeresfrüchte, Festungen aus der Renaissance und den modernen Hafen mit einer Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe. Die zentral gelegene Uferpromenade mit Schachbrettpflaster, Terrazza Mascagni, ist der beliebteste Treffpunkt der Stadt. Die im 16. Jahrhundert erbaute Festung Fortezza Vecchia thront im Hafen am Eingang zu Livornos von Kanälen durchzogenem Stadtviertel Venezia Nuova. Ausführliche Informationen über Livorno findest du auf Wikipedia.

Vom Parkplatz marschierten wir am Hafen entlang bis zum Wahrzeichen der Stadt, dem Denkmal Monumento ai quattro Mori – Das „Denkmal der vier Mohren“. Es besteht aus einer steinernen Statue des Großherzogs Ferdinand I. (1595, von Giovanni Bandini) und vier Bronzefiguren, die gefangene Piraten in Ketten darstellen (1623–1626, von Pietro Tacca).

Vorbei an alten Fischerbooten, einem halb untergegangen Restaurantschiff schlenderten wir zur Fortezza Vecchia, eine Festung in der Nähe des alten Medici-Hafens (1521–1534) – Im Zentrum der Festung liegt der Mastio di Matilde, ein um das Jahr 1077 unter Mathilde von Canossa auf Resten eines Baus aus römischer Zeit errichteter zylindrischer Wachturm. Im 14. Jahrhundert wurde um den Turm eine quadratische Bastion gebaut, die Quadratura dei Pisani. Um 1534 wurde der heute noch vorhandene fünfeckige Ziegelbau vollendet, der die vorherigen Bauwerke in sich einschließt.

Ab Livorno: Landausflug nach Florenz und Pisa

  • Kanal an der Scali Manzoni
  • gekentertes Restaurantschiff
  • Festung Fortezza Vecchia
  • Die Mäuse und Papa mit der Festung im Hintergrund

Als nächstes gingen wir durch die Einkaufsstraße Via Grande bis zur Piazza Grande, wo der Dom von Livorno liegt: Duomo San Francesco di Assisi. Er wurde in den Jahren 1594 bis 1606 von Bernardo Buontalenti und Alessandro Pieroni errichtet und im 18. Jahrhundert erweitert. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom nach Originalplänen wiederaufgebaut. In einem kleinen Café gönnten wir uns eine heiße Schokolade. Da wir rechtzeitig auf unsere Fähre wollten, marschierten wir zurück zum Auto.

Livorno hätte noch viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, die wir leider aus Zeitmangel weglassen mussten:

- Terrazza Mascagni: Platz am Meer mit malerischer Aussicht

- Livorno Aquarium: Großes Aquarium mit Streichelbecken

- Sanctuary of Montenero: Wallfahrtskirche von 1345

- Mercato delle vettovaglie: Prächtige Markthalle mit lokalem Angebot

- Fortezza Nuova: Die Festungsanlage wurde zwischen 1590 und 1600 errichtet

- Teatro Goldoni: Städtisches Theater

Wenn du günstige und zentral gelegene Unterkünfte in Livorno suchst, bist du bei booking.com genau richtig.

Wir fuhren zum Fährhafen und stellten uns in die Schlange um auf das riesige Fährschiff von Moby zu fahren. Die Überfahrt nach Sardinien und wieder zurück inklusive Übernachtung in der 4 Personen Kabine kostete 410 Euro (Dauer der Fahrt einfach: ca. 9 Stunden).

Info zu Moby: Als erste Reederei auf der Welt hat Moby ihre Schiffe mit den legendären Looney Tunes von Warner Bros. bemalt und ist die familienfreundliche Reederei par excellence, wo Unterhaltung, Umweltschutz, Servicequalität und das ausgezeichnete gastronomische Angebot das erste große Urlaubserlebnis für die reisenden Passagiere darstellen.

Nach einer knappen Stunde Wartezeit durften wir auf das Schiff. Mit den nötigsten Utensilien für die Nacht bewaffnet bezogen wir unsere Kabine im Deck 7. Wir erkundeten noch das Schiff und gingen an Deck um die beleuchtete Stadt Livorno zu bestaunen. Dank dem Corona Virus hatten alle Spielplätze auf dem Schiff geschlossen, somit beschlossen wir uns in die Kabine zurückzuziehen. Für die Kinder gab es noch eine Gutenachtgeschichte von Papa, bevor wir alle ins Land der Träume segelten...

7. Von Olbia an den Strand von Capo Coda Cavallo

Mittwoch: Nach unserer Ankunft mit der Fähre in Olbia auf Sardinien fuhren wir zuerst zum Einkaufen, damit wir an einem schönen Strand frühstücken konnten. Kurz mussten wir vor den Toren von Lidl warten, da dieser erst um 8 Uhr öffnete. Nach dem wir unseren Proviant aufgefüllt hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Süden, entlang der Ostküste. Unser erstes Ziel war das Strandparadies der Halbinsel von Copa Coda Cavallo nördlich der Ortschaft San Teodoro.

Leider war bei einigen Stränden die Zufahrt gesperrt, aber über eine einsame, ungeteerte Holperstraße gelangten wir zum traumhaft gelegenen Strand "Spiaggia di Capo Coda Cavallo". Kein Mensch war weit und breit zu sehen. Emma und ich machten uns als erstes auf die Suche nach Krebsen. Leider wurden wir nicht fündig. Vom Strand hatten wir einen wunderschönen Blick auf die vorgelagerte Insel "Isola di Proratora"

Die Aussicht war traumhaft und die Sonne begrüßte uns mit freundlichen Strahlen. Nur der Wind sagte ebenfalls "Hallo" zu uns. An einer windgeschützten Stelle genossen wir unser Frühstück und kletterten auf kleine Felsen, bevor wir weiterzogen.

Tipp von den Winkls: Ein Picknickdecke gehört zur Standardausrüstung für einen Roadtrip

8. Von Capo Coda Cavallo nach Posada

Ca. 20 Kilometer südlicher erreichten wir das schöne mittelalterliche Dorf Posada. Wir parkten in der auf einem Berg gelegenen, malerischen Altstadt. Durch schmale, gemütliche Gassen schlenderten wir zur Burgruine "Castello della Fava", das Wahrzeichen Posadas.

Die Besichtigung der alten Burgruine kostete Eintritt, der es wert war. Zuerst stiegen wir über einen felsigen Weg zum Eingang des Turmes. Über Holztreppen gelangten wir dann nach oben. Zum Schluss steigt man über eine wackelige Eisenleiter durch ein kleines Loch, um auf die Aussichtsplattform mit Hammerausblick zu gelangen.

In schwindelerregender Höhe genossen wir die Aussicht, Sonne und Sardinische Luft. Über den gleichen Weg kraxelten wir auch wieder nach unten und marschierten zurück zum Auto durch das menschenleere Dörfchen Posada (Unterkünfte in der Nähe).

  • Da können wir nur zustimmen :-)
  • In den Gassen von Posada
  • Blickfang
  • Geschlossene Pizzeria
  • Blick vom Turm
  • Aufstieg zur Plattform
  • Etwas schlank sollte man sein
  • Traumhafte Aussicht vom Turm
  • Mäuse und der Papa
  • Jetzt geht es die Treppen nach oben
9. Kurzer Besuch im schönen Städtchen Orosei

Nach nur 30 Minuten Fahrt weiter gen Süden erreichten wir das gemütliche Städtchen Orosei. Inmitten von Obst- und Gemüsegärten hat Orosei Kultur und Natur zu bieten. Wir parkten direkt im Dorfzentrum in der Nähe der Piazza del Popolo. In einem kleinen Café genossen wir kühle Getränke und einen Snack in der Sonne.

Die hohen Fassaden der vielen Kirchen (13 Stück), wie Chiesa di San Giacomo, Chiesa delle Anime und Chiesa di Sant`Antonio Abate, beherrschen das Ortsbild. Hier kann man sich durch die engen Gassen treiben lassen.

In der charmanten Stadt findet man barocke Prachtstücke wie das mittelalterliche Schloss oder das ehemalige Gefängnis Sa Preione Vezza. Für einen Kurzbesuch zum Entspannen ist Orosei wie geschaffen (Unterkünfte in der Nähe).

10. Fahrt über die Berge nach Santa Maria Navarrese

Über eine atemberaubende und kurvenreiche Bergstraße schlängelten wir uns nach Santa Maria Navarrese. In dem beliebten Ferienort hatte ich am Vormittag für 3 Nächte ein sehr schönes Apartment gebucht. Da noch etwas Zeit war, besuchten wir den herrlichen Strand um noch die letzten Sonnenstrahlen zu genießen.

In Santa Maria Navarrese endet die Flache Küste abrupt und eine karstige Steinwand beginnt. Das Örtchen bietet einen schönen Hafen und einen in mitten von 1000 Jahre alten Olivenbäumen, gelegenen Spielplatz. Die Kirche namens „Chiesa di Santa Maria di Navarra“, die auf das elfte Jahrhundert zurückgeht und der spanische Turm, der im siebzehnten Jahrhundert errichtet wurde, um die Küsten überwachen zu können, stellen ein historisches Zeugnis für das Dorf dar.

Mitten im Ort befindet sich die schöne und nagelneue Wohnung mit zwei Schlafzimmern, riesigem Wohnzimmer und Parkplatz vor der Haustüre. Wir wurden sehr freundlich mit selbstgemachten Plätzchen empfangen. Vom Balkon hat man einen herrlichen Ausblick zum Meer und über die Dächer von Santa Maria Navarrese. 3 Nächte für 198 Euro sind sicherlich ein günstiger Preis. Es gibt leider keinen Garten aber die Zufahrt ist wenig bis gar nicht befahren, so dass dort die Kinder spielen können.

Die Kinder fuhren noch eine Runde mit dem Fahrrad und ich lief ein paar Kilometer durch die gemütliche Ortschaft.

  • Fahrt über die Berge
  • Hallo was wollt ihr von mir?
  • Am Strand von Santa Maria Navarrese
  • Perfekt für die Kinder
11. Ein Tag am Strand von Santa Maria Navarrese

Donnerstag: Natürlich können wir auch gemütlich. Lange schlafen, entspannt Frühstücken und gegen Mittag dann an den Strand. Natürlich kann man von der Ferienwohnung zu Fuß zum Strand gehen (ca. 15 Minuten), aber da wir Strandspielzeug, Fußball, Wasserball, Stranddecke und Schnorchel dabeihatten, fuhren wir mit dem Auto.

Für den 30. Dezember hatte es angenehme 20 Grad und Sonnenschein. Das Wasser war mit 15 Grad schon etwas kühl, aber für eine Schwimmeinheit ging es ganz gut. Meine Kinder sprangen ebenfalls in die kühlen Fluten. Den beiden machte die niedrige Wassertemperatur noch weniger aus. Der kiesige Strand war perfekt für die Mäuse um Steine ins Wasser werfen. Vom Spiaggia di Santa Maria Navarrese fanden wir einen Abenteuerweg über Felsen zum benachbarten Strand Spiaggia di Tancau.

Von dort ging es dann zum nahegelegenen Spielplatz, wo wir einige Zeit verbrachten. Später lief ich die Bergstraße in Richtung Baunei hoch und nach mir durfte Brigitte in den Sonnenuntergang laufen.

Am Abend marschierten wir durch das menschenleere Örtchen, um dann in einer Pizzeria ein leckeres Abendessen zu genießen.

Ab Santa Maria Navarrese: Bootsfahrt zur Cala Goloritzé

  • Am Strand von Santa Maria Navarrese
  • Spielplatz in Santa Maria Navarrese

Felsnadel Sa Pedra Longa

12. Felsnadel Sa Pedra Longa und wandern in Baunei

Freitag: Zuerst waren wir sehr enttäuscht als wir nach dem Aufstehen aus dem Fenster sahen. Es war bewölkt und neblig, relativ kühl und von Sonne und blauem Himmel keine Spur.

Die Wettervorhersage hatte schönes Wetter gemeldet. Aber trotzdem fuhren wir nach dem Frühstück in Richtung Baunei.

Die Straße kletterte in vielen Kurven in die Höhe. Kurz vor Baunei durchbrachen wir dann die Wolkendecke und die warme Sonne begrüßte uns. Zuerst machten wir einen kurzen Abstecher wieder nach unten und somit in den Nebel.

Unser Ziel war die Felsnadel Sa Pedra Longa. Über 80 m reckt sich der Felsturm in den Himmel. Über Treppenwege gelangten wir an den Strand. Hier kletterten wir über rutschige Felsen bis zum Wasser. Lange hielten wir uns nicht, da wir wussten das weiter oben die Sonne und der blaue Himmel auf uns wartete.

Baunei liegt ca. 480 m über NN an einem recht steilen Südhang. Oberhalb des Dorfes ist eine Felswand, durch die sich eine steile Serpentinenstraße zur Hochebene Su Golgo windet. Vom Meer ist der Ort durch eine steile Gebirgskette getrennt.

Am herrlichen Ausblick von den Bars entlang der Hauptstraße können sich selbst die Einheimischen nicht satt sehen. Wir parkten in der Ortsmitte auf einem kostenlosen Parkplatz und marschierten zur Kirche, wo sich direkt daneben ein verträumter Spielplatz befindet.

Hier aßen wir unser mitgebrachtes Frühstück und die Kinder konnten die Spielgeräte testen.

(Unterkünfte in der Umgebung)

  • Über den Wolken bei Baunei
  • Felsnadel Sa Pedra Longa
  • Klettern am Strand
  • Über den Dächern von Baunei
  • Spielplatz in Baunei
Wanderung zur Hochebene Su Golgo und neue Freundschaften

Da heute eine Wanderung auf dem Plan stand, packten wir unsere Rucksäcke und marschierten durch die Gassen von Baunei. Östlich der Kirche führte uns eine kleine Straße durch die malerischen Gassen des Bergdörfchens. Wir bewegten uns immer oberhalb der Durchgangsstraße leicht ansteigend in südöstlicher Richtung bis die Teerstraße in einen kleinen Feldweg mündet.

Diesem folgten wir vorbei an halb verfallenen Stallungen, die teilweise von Hunden und Hühnern bewohnt waren. Wir hatten hier einen herrlichen Ausblick über Baunei und das Landesinnere von Sardinien. Der Feldweg wiederum mündete in einen kleinen Pfad, der teilweise etwas abschüssig ist. Meine Mäuse kämpften sich aber tapfer vorwärts.

Nach ca. einer halben Stunde Wanderung erreichten wir wieder einen Forstweg, der eine Kehrtwendung nach oben machte. Der Ausblick wurde immer genialer. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns Vier nieder und wir kamen an diesem letzten Tag des Jahres 2021 ganz schön ins Schwitzen. Stetig ansteigend kämpften wir uns nach oben, bis wir an einer Rechtskurve auf eine altes Weidegatter gelangten. Durch dieses kamen wir dann zur Hochebene.

Auf einem breiten Forstweg marschierten wir dann nordwärts bis zum Aussichtspunkt "Sclaradorgiu S. Franciscu", unseren Gipfel des heutigen Tages auf 620 m. Hier fanden wir zwei neue Freunde. Mama Esel und Kind Esel begrüßten uns ganz freundlich. Mama Esel hatte großes Interesse an meinem Rucksack und knabberte daran. Die beiden folgten uns auf Schritt und Tritt. Die zwei Esel waren aber auch zum knuddeln. Timi versuchte immer wieder etwas Abstand zu gewinnen, was ihm nicht so richtig gelang.

Wir gingen gemächlich auf der unbefestigten Straße bis zur Hauptstraße, die sich von Baunei bis zur Hochebene von Su Golgo schlängelt. Unsere neuen Freunde wollten anscheinend den Urlaub mit uns verbringen. Erst als wir die kurvenreiche Straße nach unten wanderten, verabschiedeten sich Mama Esel und Kind Esel mit einem lauten iaaaaaahhhh.

An einen weiteren Aussichtspunkt kletterten Emma und ich zum Gipfelkreuz, bevor wir zurück nach Baunei marschierten. Insgesamt waren wir 2 Stunden, 200 Höhenmeter und 5 Kilometer unterwegs. Da im Tal noch immer der Nebel hing, beschlossen wir weiterhin die Sonne zu genießen. Ein kleines Café mit Aussichtsterrasse lud zum Verweilen ein. Die Kinder bekamen ein leckeres Eis und Papa und Mama ein kühles Bier.

Langsam fing die Sonne an unterzugehen. Schweren Herzens verließen wir das gemütliche Bergdörfchen und nach ein paar Serpentinen waren wir auch schon im Nebel verschwunden.

Den Silvesterabend verbrachten wir in der gleichen Pizzeria wie Tags davor. Die Freundlichkeit und das leckere Essen hatte uns überzeugt nochmals wiederzukommen. Nur der trockene Wein ist etwas gewöhnungsbedürftig. Lange waren wir die einzigen Gäste, aber wie wir erfahren hatten, gehen die Italiener sehr spät erst zum Abendessen. Als wir am Aufbrechen waren, kamen die ersten einheimischen Gäste. Tja andere Länder andere Sitten.

Mit Mühe und Not konnten wir bis 0 Uhr wach bleiben. Die Kinder schliefen trotz des lauten Feuerwerks. Vom Balkon der Wohnung hatten wir einen genialen Blick auf die Lichtblitze am Himmel. Ein neues Jahr hat mal wieder begonnen. Wir hoffen ein weiteres Jahr mit vielen Reisen und Abenteuern...

  • Aufstieg zur Hochebene
  • Aussicht vom Terrassen Café
  • Kirche in Baunei
  • Baunei Ortsmitte
  • Gassen in Baunei
  • Mäuse in Action
  • Das Weidegatter
  • Zum Knuddeln
  • Timi versucht Abstand zu gewinnen
  • Blick über Baunei ins Landesinnere
  • Silvester beim Italiener
  • Feuerwerk - Das Jahr 2022 wird eingeläutet
13. In der Hauptstadt Sardiniens - Cagliari

Samstag: Ein neues Jahr war angebrochen. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen ins Auto und verabschiedeten uns von der schönen Wohnung und der gemütlichen Ortschaft Santa Maria Navarrese. Über die Straße 125 fuhren wir weiter in Richtung Süden. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir die Inselhauptstadt Cagliari. Leider war es bewölkt und ein kühler Wind wehte uns ins Gesicht, als wir in der Nähe der Prachtmeile "Via Roma" parkten.

Wir marschierten in Richtung des Marinaviertels, wo wir uns in einem, für uns fast zu feinen Hafencafé, eine heiße Schokolade genehmigten. Auf der fast leergefegten "Via Roma" gingen wir am Hafen entlang. Hier befindet sich ein Riesenrad, das leider geschlossen hatte. Vom Marinaviertel bogen wir nach rechts ab in Richtung zum alten Herrschaftsviertel Castello, um das sich die drei historischen Viertel Marina, Stampace und Villanova reihen.

Cagliari: Unterirdische Stadt und Altstadtrundgang-Option

Marinaviertel in Cagliari

Die Altstadt Castello ist wie eine Burg befestigt und befindet sich auf einer Hügelspitze, von der aus, der gesamte Golf von Cagliari überblickt werden kann. Wir gingen durch verdreckte Gassen. Erst in der Altstadt wurde es etwas besser, aber mit Sauberkeit kann sich Cagliari nicht rühmen. Einen Tag nach Silvester ist die Stadt sicherlich mehr verdreckt als sonst. Glasscherben, Hundekacke, Müll, geöffnete Flaschen und noch allerhand mehr liegt leider in den Gassen. Viele Wände waren mit zum Teil tollen Graffitis bemalt, was aber eher positiv auf den Besucher wirkt.

Wir schlenderten durch eins der drei Stadttore und gelangten in enge und dunkle Gassen, wo Wäsche über uns flatterten und Fernseher aus den offenen Fenstern ertönten. Mitten im Gassengewirr gelangten wir auf einen Platz mit vielen Herrschaftspalästen und dazwischen eine weiße Marmorfassade aus dem Jahr 1933, die zum Dom gehört.

Der Dom zu Cagliari, die Kathedrale von Cagliari Santa Maria di Castello, ist Bischofskirche des Erzbistums Cagliari und wurde ursprünglich ab 1217 von den Pisanern im romanisch-pisanischen Stil errichtet. Das Innere des Doms ist völlig im Barockstil umgebaut. Erwähnenswert ist die Krypta. Das Gewölbe ist mit 600 Rosetten verziert, keine gleicht der anderen. Sie beherbergt Grabkammern mit den Überresten von fast 300 sardischen Märtyrern, die im 17. Jahrhundert von der Kirche Basilica di San Saturno in die Krypta umgebettet wurden.

Auf dem Weg zum Dom Santa Maria

Vom Dom gelangten wir zur Piazza dell´Indipendenza, von wo aus wir einen herrlichen Blick über die Stadt hatten. Ein Aufzug brachte uns nach unten, von wo wir durch kleine Gassen zurück zum Auto marschierten.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Cagliari:

- Die Türme Torre dell’Elefante und Torre di San Pancrazio: Elefantenturm und Pancrazioturm sind Teil der pisanischen Befestigungsanlage aus den Anfangsjahren des 14. Jahrhunderts, Werke des berühmten Architekten Giovanni Capula.

- Bastione di Saint Remy: Der bei Touristen und Einheimischen beliebte Platz im klassizistischen Stil wurde 1901 auf die alte Bastion aus piemontesischer Zeit als Aussichtsterrasse und Treffpunkt für die städtische Bevölkerung gebaut.

- Das Amphitheater (Anfiteatro Romano) gilt als das bedeutendste öffentliche Gebäude des römischen Sardinien.

- Die Basilica di Nostra Signora di Bonaria mit ihrer imposanten Barockfassade ist eine viel besuchte Wallfahrtskirche und der sardische Sitz des Mercedarier-Ordens.

- Die Kirchen Santa Restituta, Sant’Efisio, Sant’Eulalia, San Saturno, San Giacomo

-Das Castello San Michele

- Der botanische Garten aus dem Jahr 1866

- Die Spiaggia del Poetto, der Strand südöstlich von Cagliari

(Unterkünfte in Cagliari)

  • Eine leckere Heiße Schokolade
  • An der Via Roma
  • Hinterhof in Calgiari
  • Gangster
  • Wehende Wäsche
  • Der Dom Santa Maria im Hintergrund
  • Herrlicher Ausblick von der Piazza dell´ Independenza
  • Graffitis in den einsamen Gassen
  • Yo Yo Yo...

Da wir von der ziemlich verdreckten Stadt Cagliari genug gesehen hatten, fuhren wir an die Südostküste nach Villasimius, ein Ferienort, der zu den beliebtesten Badezielen Italiens zählt. Es war schon fast dunkel als wir unsere bei Booking.com gebuchte Ferienwohnung "Sunny garden house" erreichten.

Wir wurden auch hier sehr freundlich von der Besitzerin empfangen. Die kleine Ferienwohnung mit zwei Zimmer, Küche und kleinen Garten war zweckmäßig eingerichtet und sauber. Von der Wohnung hat man zu Fuß nur 10 Minuten in das Zentrum. Wir können die Wohnung empfehlen, wenn man keinen großen Komfort erwartet. Für 2 Nächte bezahlten wir 140 Euro. Viel unternahmen wir nicht mehr, außer Auspacken, Abendessen und Filme schauen...

Zwischendurch war noch der Strom weg, aber nach einem Telefonat mit der Besitzerin fand ich den Sicherungskasten, der sich nicht im Haus befand, sondern zwei Häuser weiter direkt an der Straße :-)

14. Abenteuerliche Wanderung zum Torre di porto giunco bei Villasimius

Sonntag: Schon früh hüpften wir aus den Federn. Die Kinder bewaffneten sich mit dem Fahrrad und Brigitte und ich liefen nebenher. Unser Ziel war ein Supermarkt im Zentrum des Örtchens. In Villasimius und der Umgebung gibt es kilometerlange Sandstrände, wie jener breite Streifen des Golfes von Carbonara, der an eine Wüstenlandschaft erinnert. Zuerst benötigten wir aber was Essbares. Wir wurden schnell fündig und auf dem Rückweg hielten wir an einem kleinen Straßencafé. Zurück in der Unterkunft stärkten wir uns dann beim Frühstück. Da wir wandern gehen wollten, war dies auch nötig.

Mit dem Auto fuhren wir an den ca. 3 Kilometer entfernten traumhaften Sandstrand Spiaggia di Porto Giunco. Nur wenige Besucher tummelten sich an dem schönen Strand. Wir wanderten zuerst an der Küste entlang auf einem kleinen Felsenpfad. Nach ein paar hundert Meter führte uns ein weiterer Pfad durch Sträucher und Olivenbäume nach oben. Unser Ziel, die halb verfallene Turmruine Torre di porto giunco war in Sichtweite.

Am traumhaften Strand Spiaggia di Porto Giunco

Von der Burgruine, die man auch über Felsen umrunden kann hat man einen genialen Ausblick über den Strand und die Halbinsel. Vom Turm gingen wir ein paar Meter den gleichen Weg zurück, um dann aber nach links in eine Kakteenlandschaft einzutauchen. Ein kleiner, steiniger Pfad führte inmitten riesiger Kakteen an den Strand Spiaggia di Capo Carbonara. Wie immer machten wir uns dort auf die Suche nach Krebsen. Dieses Mal wurden wir fündig, aber der kleine Kerl verschwand ziemlich schnell zwischen den Felsen im Wasser. Er wusste wohl nicht, dass wir ihn nur kurz fangen und natürlich gleich wieder freilassen wollten...

Über kaum sichtbare Abenteuerpfade kämpften wir uns unter der Führung von Emma durch das Gestrüpp zum Parkplatz zurück. Mit Strandspielzeug und Fußball bewaffnet gingen wir dann an den Traumstrand, wo wir uns einen sonnigen und windgeschützten Platz suchten. Das kühle Wasser war perfekt um barfuß darin zu waten. Die Mäuse buddelten im Sand und gemeinsam spielten wir Fußball.

Mit dem Gaskocher bereiteten wir eine leckere Nudelsuppe zu und dazu gab es ein italienisches Bier. Erst als die Sonne sich langsam verabschieden wollte und es kühler wurde, fuhr ich mit den Kindern zurück zur Unterkunft, während Brigitte lief...

(Unterkünfte in Villasimius)

15. Fahrt durch das Landesinnnere über Orgosolo bis Olbia

Montag: Auch am letzten Tag auf Sardinien blieb uns das tolle Wetter erhalten. Nach einem kleinen Frühstück packten wir unsere Siebensachen ins Auto und machten uns wieder auf die Reise. Erst um 22 Uhr abends würde unsere Fähre von Olbia zurück auf das italienische Festland gehen. Somit hatten wir den gesamten Tag Zeit, von Süden nach Norden über das Inselinnere zu fahren um noch ein paar schöne Impressionen zu sammeln.

Unser erstes Ziel war der See Lago Bau Muggeris, einer der größten künstlichen Seen auf Sardinien, der etwas oberhalb von Lanusei liegt. An diesem wildromantischen See machten wir Halt um uns zu stärken, die Füße zu vertreten und an die 1000 Steine ins Wasser zu werfen...

Die Sonne umhüllte uns mit wohliger Wärme, so dass wir uns nur ungern auf die Weiterreise machten. Über kurvenreiche Bergstraßen immer mit Blick auf den höchsten Berg Sardiniens, den Punta La Mormora, kamen wir immer weiter nordwärts.

  • Lago Bau Muggeris
  • Endlich Brotzeit
  • Relax in der Sonne
  • Steine werfen
  • Einsam und verlassen
  • Ein skeptischer Beobachter
  • Fußgänger auf der Straße
  • Renovierungsbedürftig
16. Orgosolo - Sardiniens bekanntestes Dorf

Unser nächster Halt war in Orgosolo, Sardiniens wohl bekanntestes Dorf. Der Ort von Blutrache, Banditen und Rebellion. Der Ort liegt im Zentrum des zerklüfteten Supramonte-Gebirges im Herzen der Barbagia. Im Widerstand gegen die zahlreichen Eroberer Sardiniens bildete sich eine Banditenkultur, die im 19. Jahrhundert auch Gegenstand von kriminologischen Studien wurde.

500 bewaffnete Orgolesen stürmten und plünderten 1894 den Ort Tortolì, um das Vermögen eines Großgrundbesitzers zu erbeuten, viele kamen dabei selbst um. Von 1903 bis 1917 herrschte in Orgosolo eine blutige Familienfehde. 1962 wurde das in Kenia ansässige englische Touristenpaar Eva Beardsley und Edmund Townley, dass sich in Sardinien niederlassen wollte, ermordet.

Natürlich geht es heutzutage friedlich in dem Bergdorf zu. Wie alle Touristen waren wir gekommen um die vielen Murales zu bewundern. Das allererste der Murales genannten Wandgemälde wurde 1968 von der anarchistischen Mailänder Gruppe Dioniso in Orgosolo gezeichnet. Nachdem er den Film Banditi a Orgosolo gesehen hatte, ließ sich der der Kommunistischen Partei Italiens nahestehende Zeichenlehrer Francesco del Casino aus Siena in Orgosolo nieder und begann 1975 in Orgosolo mit Schülern, Bilder an die Wänder der Häuser zu malen.

Anlass war der 30. Jahrestag des Partisanenkampfes gegen den Faschismus. Die Wandmalereien in Orgosolo drückten zunächst den Protest gegen den geplanten NATO-Truppenübungsplatz auf dem Pratobello aus. Andere Bilder stellen das einfache Hirten- und Dorfleben dar, setzen sich für die Erhaltung der Sardischen Sprache ein oder enthalten sogar Werbebotschaften. Viele der ca. 120 Murales orientieren sich stilistisch am Kubismus in der Art von Picassos Guernica, aber auch realistischere Gemälde sind darunter.

Wir fotografierten so gut wie alle Murales und schlenderten durch die einsamen Gassen, bevor es uns wieder weiterzog...

(Unterkünfte in Orgosolo)

Unser letzter Stopp vor Olbia war der Strand Porto Taverna etwas nördlicher von San Teodoro. Porto Taverna ist eine Traumbucht an der Ostküste Sardiniens, unterhalb von Porto San Paolo - mit türkisblauem Wasser, weißem Sand und Blick auf die imposante Insel Tavolara. Gerade noch rechtzeitig konnten wir einen traumhaften Sonnenuntergang bestaunen. Wir balancierten auf Holzbalken und sahen Flamingos in den Lagunen hinter den Stränden.

Da jedem der Magen knurrte fuhren wir weiter in Richtung Olbia entlang der Ostküste.

  • Emma beim balancieren am Strand Porto Taverna
  • Ein ungewöhnlicher Christbaum
  • Karibikfeeling
  • Die große Schwester ist immer für ihren kleinen Bruder da
  • Papi beim balancieren
  • Und Timi beim balancieren
  • Die Winkls on Tour
17. Olbia - Küstenstadt im Nordosten

Unser letztes Ziel auf Sardinien war Olbia. Zuerst kauften wir noch ein paar Lebensmittel zum Abendessen ein, um dann am Hafen zu parken. Der kostenfreie Parkplatz war nur ein paar Meter von der Fußgängerzone von Olbia entfernt. Wir schlenderten durch die schönen Gassen. Die Kinder durften mit einem Kettenkarussell fahren, mit einem Nikolaus basteln und Hexensüßigkeiten bestaunen.

In einer Pizzeria gönnten wir uns eine Pizza und ein Gläschen Wein zum Abschied von dieser schönen Insel. Da jeder kaputt von dem langen Tag war, fuhren wir auf die Fähre von Moby und bezogen unser Zimmer. Müde fielen wir in unsere Kojen und schliefen auch bald ein...

Olbia: Delfinbeobachtung & Schnorchel-Bootstour in der Nähe von Figarolo

Sehenswürdigkeiten in Olbia:

- Die Kirche San Simplicio, eine romanische Basilika aus grauem Granit, zuerst bezeugt im 11. Jahrhundert

- Die Kirche zum Apostel Paulus aus dem 18. Jahrhundert im oberen Teil der Altstadt

- Nahe der Stadt, auf der 246 m hohen Punta Casteddu, steht die Nuraghe und die Befestigung Cabu Abbas

- Die der Küste vorgelagerte Insel Tavolara

- Der römische Aquädukt Sa Rughitulla

- Sa Testa – ein Brunnenheiligtum an der Straße nach Golfo Aranci

(Unterkünfte in Olbia)

18. Heimreise mit Zwischenstopp am Walchsee

Dienstag: Wir schliefen wie Babys in unserer Kabine auf dem Fährschiff von Moby. Um ca. 8 Uhr legten wir in Livorno an und fuhren von Deck. Ohne Stau und Zwischenfälle durchquerten wir Italien und ebenso fast ganz Österreich. Da wir nach der langen Autofahrt noch ein paar Stunden in den Bergen verbringen wollten, fuhren wir an den Walchsee am Kaisergebirge.

(Unterkünfte am Walchsee)

Wir marschierten am See entlang und genossen die frische Bergluft. Im Seerestaurant aßen wir zu Abend und gestärkt fuhren wir die letzten 200 Kilometer nach Hause, wo wir um 20 Uhr eintrafen...

Fazit: Sardinien ist eine traumhafte Insel mit sehr freundlichen Menschen, herrlichen Sandstränden, gemütlichen Örtchen und einer wunderschönen Landschaft. Die Einsamkeit im Winter trotz des schönen Wetters war genial. Perfekt für einen kleinen Roadtrip, perfekt für die Winkls, perfekt um dem schlechten Wetter in Bayern zu entfliehen, perfekt um den Weihnachtsurlaub auszunutzen.

Am Walchsee

19. Diese Reise- und Wanderführer kann ich empfehlen!

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